Der erste Motorflug Drachenarchiv Hans Snoek
Gustav Weißkopf
Neue Hinweise, daß Gustav Weißkopf 1901 das erste Motorflugzeug entwickelt hat.
Auf die Startbahn des Bundeswehr Flughafens Manching rollt ein seltsames
Fluggerät: Wo sonst Luftwaffen-Jets und Herkules-Transporter verkehren, knattert ein
fragiles Gebilde aus Bambus,
Sperrholz und Seide über den Beton. Die cremefarbene Kreuzung aus Badewanne und
Fledermaus setzt am Nachmittag des 18. Februar zu einem historischen Flug an.
Der Erstflug der Nummer 21": Pilot Horst Philipp läßt die Propellermotoren
aufheulen, beschleunigt bis auf etwa 50 Stundenkilometer und zieht am
Steuerknüppel. Die Tragflächen rütteln, das Holzgerippe scheppert, den
Schaulustigen steht der Angstschweiß auf der Stirn. Dann hebt das 334 Kilo schwere
Gerät ruckartig vom Boden ab und bleibt für einen halben Kilometer in der Luft.
Etwa 500 Meter blieb das Fluggerät in der Luft

Flugtest in Manching 1993 Flügel und Leitwerk wurden optimiert
Der 500-Meter-Satz ist für Hermann Betscher, den Vorsitzenden der "
Flughistorischen Forschungsgemeinschaft Gustav Weißkopf ", ein Grund, die
Geschichtsbücher umzuschreiben. Hartnäckig bemühen sich die Flugenthusiasten seit
25 Jahren um die Anerkennung Weißkopfs als erster Motorflieger.
Die Flugtauglichkeit ihres weitgehend detailgetreuen Nachbaus der " Nummer 21
" ist für sie die Bestätigung, daß Weißkopfs Flugmaschine, die Voraussetzungen
besaß, kontrollierte Flüge durchzuführen.
Angeblich soll dem Flugpionier damit am 14. August 1901 nahe Bridgeport im US-Staat
Connecticut der erste Motorflug gelungen sein - zwei Jahre vor den Gebrüdern Wright.
Doch führende Flughistoriker zweifelten bislang an Weißkopfs Pioniertat allen voran die
Fachleute der renommierten Smithsonian Institution in Washington, der führenden
Forschungseinrichtung für die Geschichte der Luftfahrt. Sie vermissen detaillierte
Pläne und Fotos, die Weißkopfs Fluggerät eindeutig im Flug zeigen. Die einzigen
vorliegenden Beweise sind historische Zeitungsberichte, etwa im Sonntagsblatt
Bridgeport Herald vom 18. 8. 1901, und Zeugenaussagen, die erst Jahrzehnte nach dem
Ereignis eingeholt wurden.
Der Streit wird also weitergehen, wahrscheinlich selbst dann noch, wenn das Foto
auftauchen sollte, das Weißkopfs Maschine im Flug zeigt.
Das Bild war angeblich um die Jahrhundertwende auf einer amerikanischen
Industrieausstellung zu sehen und wurde in verschiedenen Fachzeitschriften beschrieben.
Vorderansicht von Weißkopfs Eigenkonstruktion Nr.21 mit dem Erbauer.
| Nr. 21 von Weißkopf |
| Technische Daten des Nachbaus |
| Spannweite : 10,64 Meter |
| Länge : 10,30 Meter |
| Startgewicht : 334,5 Kilogramm |
| Antrieb : zwei 460 ccm Motoren |
| Materialien : Holz, Bambus, Seide |
| Gustav Weißkopf wurde am 1. Januar 1874 in Leutershausen, Bayern geboren |
| Er fuhr zur See und nach einem Schiffbruch beschloß er 1894 in den USA zu bleiben und nannte sich Gustav Whitehead. |
| Aus Zeitungsausschnitten geht hervor das Gustav Weißkopf 1897 in New York Drachen steigen ließ. |
| Am 14. 1901 August gelang ihm ein 800 Meter Flug mit seinem Fluggerät " Nr.21
" . Zwei Jahre vor den Brüdern Wright. Zeitungsartikel und Zeugenaussagen belegen die historische Tat, aber kein Foto. |
| Sein Flug wurde bis heute nicht anerkannt. |
| Die deutschen Lexica Meyer und Brockhaus haben sich indes entschieden: Sie führen Whitehead, Gustave " als amerik. Flugpionier dt. Herkunft ", der den ersten Motorflug in der Geschichte unternahm. |
| Aus Focus und dem Gustav Weißkopf Museum Leutershausen |